André Krigar zeigt „Neue Bilder en plein air“ und der Fotograf Jan Goedelt präsentiert "Um die Ecke geblickt: Norddeutsche Naturmotive". (Fotos: hauspeters.info/)

Herbstausstellung im Haus Peters:

„plein air-Malerei“ trifft auf Naturfotografie

Am 12. Oktober startet die dritte große Jahresausstellung. Wieder treffen Malerei und Fotografie zusammen. André Krigar zeigt „Neue Bilder en plein air“ und der Fotograf Jan Goedelt präsentiert "Um die Ecke geblickt: Norddeutsche Naturmotive".

Seit vielen Jahren zieht André Krigar (*1952) durch Großstädte und fängt in seinen Bildern das turbulente Stadtleben ein. Berlin, Hamburg, Toronto sind nur einige seiner Stationen. Seit 1992 nimmt André Krigar an zahlreichen Malsymposien der Norddeutschen Realisten teil, wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, war in unzähligen Ausstellungen im In- und Ausland vertreten – man darf ihn als Maler von internationalem Rang bezeichnen.

Im Gegensatz zu anderen Künstlern, die vor Ort skizzieren und dann im Atelier weiterarbeiten, malt Krigar nach dem klassischen Plein-air-Verfahren fast ausschließlich direkt vor seinen Motiven. Wo ihn Lichtstimmung und Szenerie ansprechen, stellt er seine Staffelei auf. Er malt keine Idyllen, er liebt den Reichtum an Gegensätzen, die das städtische Leben bietet: touristische Postkartenansichten treffen auf verschwiegene Ecken, pulsierende Menschenmengen auf abseitige Nebenstraßen oder Baustellen, Industrieanlagen und Gerüste. Er kann nicht anders, denn das macht für ihn Malerei aus:

„Malerei vor Ort ist die wichtigste Quelle meiner Arbeit. Hier reagiere ich direkt auf die Welt. Neben den optischen Reizen bin ich en plein air auch einer Vielzahl anderer Eindrücke ausgesetzt, die meine Spontaneität fordern (Synästhesie). Übrigens werden dabei scheinbare Störungen bisweilen zu wichtigen Hilfen; das gilt insbesondere für mein Hauptthema, die Stadtmalerei."

Stimmungen, die flüchtigen Momente

Krigar geht es nicht um realitätsnahe Wiedergabe von Straßenszenen oder Häuserzeilen. Im Vordergrund stehen vielmehr die Stimmungen, die flüchtigen Momente, das Zusammenspiel vieler Details, die dem Ganzen erst seinen spezifischen Charakter verleihen. Hektischer Alltag, vorbeihastende Passanten, Straßenverkehr, rasch wechselndes Wetter, flirrende Lichter, stille Straßen und finstere nächtliche Schatten – so vielfältig wie das Leben selbst sind auch seine Bilder. Das Licht ist bei Krigar nicht schmückendes Beiwerk, sondern bindendes Glied zwischen (Stadt)Landschaft und Mensch und damit das wichtigste Stilmittel.

In der Ausstellung in Tetenbüll zeigt Krigar, auch wenn er in erster Linie ein Städtemaler ist, vor allem Landschaften aus Schleswig-Holstein sowie einige Großstadtansichten (Berlin, Hamburg) der letzten Jahre, ergänzt durch einige „Kleinstadtansichten" aus Husum.

Mit wissenschaftlichem Interesse 

Jan Goedelt hat sich ganz auf die Naturfotografie spezialisiert. An seine Motive geht er durchaus mit wissenschaftlichem Interesse heran, besonders die Ornithologie hat es ihm angetan. Aber neben Studien von Vögeln finden sich auch Reptilien, Krabbeltiere, Wildtiere, Pflanzen und Landschaften vor seiner Linse wieder. Seine Motive sucht sich Jan Goedelt hauptsächlich in den frühen Morgen- und den späteren Abendstunden in Norddeutschland, bevorzugt in Schleswig-Holstein. Entweder geht er aktiv auf die Fotopirsch oder er sitzt gut getarnt in einem Zelt, um auf eine ansprechende, fotogene Szene zu warten. Ebenso gern liegt er still und getarnt im Watt oder am Strand von Nord- und Ostsee und hofft z.B. auf Vögel in Aktion. Mit seinem Makro-Objektiv geht Jan Goedelt bevorzugt auf Motivsuche unter Schmetterlingen und Libellen. Er hält auch Vorträge zur Vogelfotografie und veröffentlicht seit rund zwanzig Jahren bebilderte, hauptsächlich vogel- und naturkundliche Beiträge in verschiedenen Zeitschriften sowie Fotos in Fachbüchern, Kalendern und Ausstellungen.

Im Vordergrund der aktuellen Ausstellung stehen eindrucksvolle Situationen und Porträts, entstanden in der norddeutschen Natur, teilweise kombiniert mit attraktiven Lichtstimmungen.

Haus Peters, Dörpstraat 16, 25882 Tetenbüll, 04862/681, hauspeters.info/

Eröffnung: 12.10, 15 Uhr, zur Eröffnung spricht: Dr. Katrin Schäfer

Ausstellungsdauer: 12.10. – 29.2.2020

Öffnungszeiten: Oktober - Ende Weihnachtsferien: Di.-So.: 13-17 Uhr. Hl.Abend, 1. Weihnachtsfeiertag und Silvester geschlossen. Ab 5.1.2020 bis Ende Febr.: nur Fr./Sa./So.: 13-17 Uhr.

Weitere Termine während des Ausstellungszeitraums:

21.10, 19 Uhr: „Erzähl mir was ... auf Eiderstedt": Hannes Nygaard liest aus seinem aktuellen Eiderstedt-Krimi „Rache im Sturm".

Ort: Kirchspielkrug Tetenbüll.

Eintritt: Spende zugunsten der Kulturarbeit des Haus Peters

30.11., 15 Uhr: Jan Goedelt gibt Einblicke in seine fotografische Arbeit und antwortet auf Fragen der Besucher. Dazu gibt es Tee und adventliches Gebäck!

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