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Hamburg zieht alle Register
Arp Schnitgers Orgel in St. Jacobi zu Hamburg ist die größte in ihrem klingenden Bestand erhaltene Barockorgel norddeutschen Typs. (Foto: Orgelstadt Hamburg e.V. – Alexander Voss)

Orgeljahr 2019

Hamburg zieht alle Register

Zahlreiche Veranstaltungen zeigen anlässlich des 300. Todestages von Arp Schnitger die Vielfalt der Orgeln und der Orgelmusik in Hamburg

Von Elbjazz bis zur Kirche St. Jacobi, vom Museum für Kunst und Gewerbe bis zur Elbphilharmonie, vom Orgel Open Air bis zum Late Night Orgelkonzert – der Verein Orgelstadt Hamburg hat zusammen mit zahlreichen Unterstützern ein vielfältiges Programm zusammengestellt, mit dem das Jahr 2019 in Hamburg zum Orgeljahr wird. Mit zahlreichen Veranstaltungen, Konzerten und Ausstellungen sowie der interaktiven Website www.orgelstadt-hamburg.de will die Stadt in 2019 für die Vielfalt der Orgelmusik begeistern. Dabei kann sich das Publikum auf klassische Orgelkonzerte, aber auch auf zeitgenössische Formate und spannende Blicke hinter die Kulissen freuen.

Anlass des Orgeljahres 2019 ist der 300. Todestag des bedeutenden Hamburger Orgelbauers Arp Schnitger, der in Hamburg-Neuenfelde seine Werkstatt hatte und in der dortigen St. Pankratius Kirche seine letzte Ruhestätte fand. Dort befindet sich auch ein erst jüngst mustergültig restauriertes Instrument seiner Werkstatt. Insgesamt entstanden in der Werkstatt Schnitgers rund 100 Orgeln, von denen die in der Hauptkirche St. Jacobi zu seinen bedeutendsten gehört.

Schnitger hat die bis heute sehr lebendige Orgeltradition Hamburgs entscheidend geprägt. Mit über 300 Orgeln zählt Hamburg heute zu den wichtigsten Orgelstädten der Welt. Nicht nur in Kirchen, sondern auch in Krankenhäusern, Hochschulen, Schulen, in Privathäusern und in Justizvollzugsanstalten erklingen Orgeln. Auch die Orgelkonzerte in der Elbphilharmonie werden vom Publikum regelmäßig gefeiert.

Orgeljahr 2019 mit einem ganzjährigen Programm

Diese Tradition wird im Orgeljahr 2019 mit einem ganzjährigen Programm für jeden lebendig. Neben zahlreichen Konzerten in Kirchen, aber auch in der Elbphilharmonie sowie unter anderem im Rahmen von Elbjazz gibt es die interaktive Website www.orgelstadt-hamburg.de. Diese bietet sowohl für Orgelfreunde als auch für Orgeleinsteiger neben einem laufend erweiterten Veranstaltungskalender und Hintergrundinformationen unter anderem einen virtuellen Stadtrundgang. Neben einem multimedialen Zeitstrahl zu Leben und Werk von Arp Schnitger kann sich auf der Seite zudem unter dem Motto „Play Arp" jeder virtuell auf der Orgel St. Jacobi versuchen. Das Museum für Kunst und Gewerbe zeigt ab 4. Juli bis zum 3. November eine Ausstellung zu 2000 Jahren Orgelbau und Orgelmusik. Vom 26. Juni bis 30. August findet mit zahlreichen Veranstaltungen und Konzerten in allen Hamburger Hauptkirchen und dem Mariendom der Hamburger Orgelsommer statt. Ergänzt wird das vielfältige Programm unter anderem durch ein Orgel Open Air mit einer transportablen Orgel an öffentlichen Plätzen, einer Orgelnachtwanderung und der Reihe Orgel AHOI!, mit der das Amt für Kirchenmusik auf Entdeckungstour durch die Stadtteile einlädt. Das Programm wird laufend erweitert.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Orgel gehört zu den vielseitigsten Instrumenten und wird nicht umsonst die Königin der Instrumente genannt. Sie ist nicht nur in Kirchen, sondern fast überall da zuhause, wo Musik gemacht wird. Hamburg ist stolz auf seine besondere und bis heute sehr lebendige Orgeltradition, die wesentlich von Arp Schnitger geprägt und jüngst mit der beeindruckenden neuen Orgel in der Elbphilharmonie weiter ausgebaut wurde. Das Orgeljahr 2019 macht dieses faszinierende und vielfältige Instrument an den unterschiedlichsten Orten in der Stadt für jeden erlebbar. Ich danke allen Projektpartnern und -partnerinnen für das großartige Engagement, das dieses vielfältige Programm erst möglich gemacht hat."

Hans-Jürgen Wulf, Landeskirchenmusikdirektor und Vorstandsvorsitzender des Orgelstadt Hamburg e.V.: „Ich freue mich, dass die Idee, Hamburg 2019 aus Anlass des 300. Todestages des Orgelbauers Arp Schnitger als lebendige Orgelstadt zu präsentieren, so viele Unterstützer gefunden hat. Denn das Orgeljahr 2019 lebt von den Ideen, der Kreativität und dem Einsatz all derer, die in den unterschiedlichsten Veranstaltungsformen und an den unterschiedlichsten Orten die Faszination der Orgel erlebbar machen wollen. Auf der Website www.orgelstadt–hamburg.de kann man sich auf vielfältige Art und Weise der Orgel, der Orgelmusik, der Orgeltechnik und dem Orgelbau nähern. Sie ist der Motor der zahlreichen Aktivitäten rund um die Orgel im Jubiläumsjahr. Orgelstadt Hamburg e.V. steht dabei stellvertretend für ein breites Bündnis von Vertretern aus Orgelbau, Orgelspiel, Orgelfreunden, Orgellehrenden, Kirche und Kultur."

Gerhard Löffler, Kantor und Organist der Hauptkirche St. Jacobi: „In all seinem Reichtum an Geschichte, Instrumenten und Musik präsentiert sich Hamburg mit dem Festival ‚Hamburg zieht alle Register' als international bedeutende Orgelstadt. Die Arp-Schnitger-Orgel in St. Jacobi von 1693 steht dabei an zentraler Stelle. Sie ist das größte erhaltene Instrument seines Erbauers; das Pfeifenwerk ist weitgehend original. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts von Hans Henny Jahnn wiederentdeckt, wurde sie zum Ausgangspunkt der deutschen ‚Orgelbewegung'. Dieser so wichtigen Zeit für die Entwicklung der Orgelkunst, der Restaurierung der Orgel durch Jürgen Ahrend (1989-1993) und nicht zuletzt den prominenten ehemaligen Jacobi-Organisten Heinz Wunderlich und Rudolf Kelber tragen wir Rechnung mit der Reihe ‚Historische Orgelkonzerte'. Johann Sebastian Bach hatte sich 1720 für das Organistenamt an der Hauptkirche St. Jacobi interessiert. Darum werden im ‚Hamburger Orgelsommer in St. Jacobi' renommierte Organisten aus der ganzen Welt seine Musik in einen Dialog treten lassen mit der Musik seiner Vorläufer und Zeitgenossen."

www.orgelstadt-hamburg.de

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