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Biikebrennen an der Nordsee 2019
Rund 50 Biikefeuer werden an der Nordseeküste, auf den Inseln und Halligen entzündet. (Foto: Oliver Franke/TZSPO)

Der Winter wird vertrieben

Biikebrennen an der Nordsee 2019

Alljährlich am 21. Februar ist Nordfriesland Feuer und Flamme, wenn sie allerorten wieder zu sehen sind: die Biikefeuer. Mit dieser jahrhundertealten Tradition wird an der Küste, auf den Halligen und Inseln der Winter vertrieben. Insgesamt werden rund 50 Biikefeuer entzündet.

Die Biike (Sylter Friesisch für „Feuerzeichen") war ursprünglich ein heidnisches Ritual, mit dem bereits vor 2.000 Jahren die bösen Geister des Winters vertrieben wurden. Von diesem Ursprung hat sich teilweise der Brauch in Nordfriesland erhalten, eine Strohpuppe mit zu verbrennen. Seit 2014 ist das Biikebrennen im nationalen Verzeichnis der immateriellen Kulturgüter enthalten.Bis heute sind die Einheimischen beim Biikebrennen, dem ältesten nordfriesischen Brauch, mit Begeisterung dabei. Bereits Wochen vorher sammeln die Konfirmanden in einigen Orten Holz und Reisig, auch friesische Vereine und die Restaurants bereiten sich auf diesen Tag vor. Denn wenn das Biikefeuer heruntergebrannt ist, wird es gemütlich und man trifft sich zum deftigen Grünkohlessen mit Kasseler, Schweinebacke und süßen Kartoffeln in den Gaststuben. Teepunsch und Grog gehören selbstverständlich auch dazu. Viele Veranstaltungsorte des Biikebrennen 2019 finden sich auf www.nordseetourismus.de

Biikebrennen auf Sylt

Neun Biikeplätze, elf Fackelzüge, geschätzte 11.000 Zuschauer beim Anzünden der Holzstapel: Das traditionelle Biikebrennen auf Sylt bewegt die Menschen – und bringt Einheimische und Gäste alljährlich am 21. Februar, dem Nationalfeiertag der Nordseeinsel, ganz nah zusammen, ganz dicht an die prasselnde Glut der brennenden Holzstapel. Die werden in tagelanger Arbeit von der Sylter Dorfjugend aufgeschichtet und stehen bis zum letzten Moment unter akribischer Bewachung. Denn schon so mancher Holzstoß ging, als Streich des Dorfnachbarn, in der Vergangenheit verfrüht in Flammen auf.
Biike, friesisch Biiki, bedeutet Feuerzeichen und steht für lodernde Flammen und eisiges Wetter, für ausgelassene Geselligkeit und tief verwurzelte Traditionen, für friesische Heimatliebe und ehrliches Zusammengehörigkeitsgefühl. Und der Sylter pflegt diesen so lieb gewonnenen Brauch, der in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde, nicht nur mit sprichwörtlich brennender Leidenschaft, sondern teilt ihn nur allzu gern auch mit seinen Gästen. Immer mehr kommen eigens zum Biikebrennen auf die Insel und reihen sich in die Fackelzüge ein, die von den Dörfern zu einem der neun Sylter Biikeplätze führen. Dorfhonoratioren halten dort ihre Reden – traditionell auf Söl'ring, dem Sylter Friesisch, und auf Hochdeutsch. Dann ertönt der Ruf „Tjen di Biiki ön" und der jeweilige Holzstapel wird gemeinsam mit einer Stoffpuppe, dem Pidder, angezündet. Sie symbolisiert den Winter, dessen Ende nun nicht mehr fern ist. Einmütig werden dann die Strophen des Liedes "Üüs Söl'ring Lön" ("Unser Sylter Land") angestimmt. Weitere Informationen rund um das Sylter Biikebrennen auf www.sylt.de.

Biikebrennen auf Föhr

Mit 14 Biikefeuern lodern auf Föhr viele wie auf keiner anderen Nordfriesischen Insel. Alljährlich verabschieden Urlaubsgäste und Einheimische am 21. Februar auf Föhr gemeinsam die kalte Jahreszeit, wenn sie sich ab 18.30 Uhr an den Biikehaufen zum fröhlichen Beisammensein bei heißem Punsch und Manhattan, dem Föhrer Nationalgetränk, treffen. Anschließend geht es zum traditionellen Grünkohlessen in die urigen Gastwirtschaften. In der Stadt Wyk auf Föhr und im Inseldorf Utersum freuen sich Groß und Klein zudem über einen Fackelzug zu den jeweiligen Biikehaufen. Los gehts in Wyk um 17:45 Uhr beim Veranstaltungszentrum am Sandwall und in Utersum um 18:30 Uhr am Taarepshüs. Wer sich vorab über die Hintergründe des Biikebrennens sowie die Kulturgeschichte der Föhringer informieren möchte, hat dazu beim gemütlichen Klönschnack bei Fortjes und Tee mit Stadtführerin und Inselkennerin Karin Hansen am 19. Februar um 16 Uhr im Kaminzimmer im Veranstaltungszentrum am Sandwall 38 in Wyk Gelegenheit. Oder nimmt am 21. Februar um 11 Uhr an einer Führung durch das Dr.-Carl-Häberlin-Friesen- Museum teil. Weitere Informationen sowie Übersicht aller Biikefeuer: www.foehr.de

Biikebrennen in St. Peter-Ording

Das Biikebrennen (friesisch: Bake, Feuerzeichen, Seezeichen) ist auch in St. Peter- Ording ein traditionelles Fest. Nach Einbruch der Dunkelheit wird am Seedeich der riesige Holzstoß aus Hölzern, Stroh oder auch noch nicht entsorgten Weihnachtsbäumen entzündet. Die Feuerflammen leuchten oft auch noch am 22. Februar, dem so genannten Petri-Tag, weit über die See. Im Anschluss an das Biikefeuer findet in verschiedenen Gaststätten das traditionelle Grünkohlessen statt. Weitere Informationen zum Biikebrennen in St. Peter-Ording und dem dazugehörigen Rahmenprogramm: www.st-peter-ording.de

Biikebrennen auf Pellworm

Auch in diesem Jahr werden auf der Nordseeinsel Pellworm traditionell die bösen Geister des Winters vertrieben. Während der Biiketage vom 19.02.-24.02.2019 wird dieser friesische Brauch auf Pellworm zünftig gefeiert. Im Mittelpunkt steht natürlich das Biikebrennen selbst. Das feurige Spektakel findet im Schatten des Leuchtturmes statt, aber ein weiteres, besonders schönes Highlight ist ohne Frage das Pellwormer Biikebaden. Was 2017 als kleine Veranstaltung mit ein paar Mutigen begann, die sich in die eisigen Fluten stürzten, wuchs im letzten Jahr um viele, zum Teil lustig verkleidete Schwimmer, die von einem breiten Publikum bejubelt und angefeuert wurden. Zum Aufwärmen stand eine mobile Sauna direkt am Leuchtturmstrand. Auch in diesem Jahr wird auf Pellworm am Samstag, den 23.Februar um 15.00 Uhr, die Badesaison eröffnet. Wer sich traut, kann sich beim Kur- und Tourismusservice Pellworm als Biike-Schwimmer anmelden und hat somit auch das Privileg, in der Strandsauna zu relaxen. Die mutigen Sportler bekommen nach dem heldenhaften Anbaden in der eisigen Nordsee eine Urkunde ausgestellt. Besucher und Schaulustige werden am Deichfuß mit heißen Getränken versorgt und können sich das Spektakel vom Trockenen aus ansehen. Aber auch diejenigen, die es gemütlicher mögen kommen auf ihre Kosten. Beim traditionellen Graugansessen mit dem neuen Theaterstück der Pellwormer Theaterspeelers im Restaurant „Zur alten Kirche", oder beim „Lämmerkiek"- wo die ersten kleinen Lämmer auf dem Appelhof bestaunt werden können. Weitere Informationen zum Biikebrennen auf Pellworm und den Biiketagen: pellworm.de

Mehr Informationen zu Brauchtum hier bei uns im Norden finden Sie in der Jubiläumausgabe von LAND & MEER. Sie erhalten das Magazin für 8,90 Euro am Kiosk oder hier versandkostenfrei im LAND & MEER-Shop.

 

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