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Im hohen Bogen nach Sylt
Im Schnitt quälen sich täglich über 120 Züge durch die eingleisigen "Meerengen" auf dem Weg nach Sylt. (Foto: www.sylt.de/catapultair)

Einstimmig für den zweigleisigen Ausbau der Marschbahn

Im hohen Bogen nach Sylt

Mit der fiktiven Fluggesellschaft „Catapult Air“ macht Sylt auf eine seit Jahrzehnten real existierende Verkehrsproblematik aufmerksam. Eine Petition soll Bewegung in den zweigleisigen Ausbau der Marschbahn bringen.

Als eine Zeitung Ende Mai titelte: „Bahn-Chaos: Fahren Sie bloß nicht nach Sylt!" stand für die Tourismus- und Wirtschaftsvertreter der Insel Sylt fest: Jetzt reicht´s. Es muss was passieren. Gemeinsam mit der Hamburger Agentur Philipp und Keuntje (PUK) entwickelte die Sylt Marketing Gesellschaft (SMG) ein Kommunikationskonzept, das den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Niebüll und Sylt fordert. Kern ist ein Kurzfilm über die neu gegründete „Catapult Air", der den Bogen zunächst augenzwinkernd auf die Insel spannt und schließlich mit einem eindringlichen Aufruf endet. „Wir müssen dem Bundesverkehrsministerium verdeutlichen, dass der eingleisige Engpass nicht nur den hier lebenden und arbeitenden Menschen schadet, sondern auch den jährlich knapp eine Million anreisenden Gästen aus dem gesamten Bundesgebiet," so SMG-Geschäftsführer Moritz Luft.

Im hohen Bogen nach Sylt
Mit der fiktiven Fluggesellschaft „Catapult Air“ macht Sylt auf eine seit Jahrzehnten real existierende Verkehrsproblematik aufmerksam. Eine Petition soll Bewegung in den zweigleisigen Ausbau der Marschbahn bringen. (Foto: Sylt Marketing)
Seit 1927 unverändert eingleisig

Seit Jahren gehen auf den Schienen der Marschbahn zwischen Hamburg und Sylt Pleiten, Pech und Pannen eine unselige Allianz ein. Diverse Abschnitte der Bahnstrecke zwischen Niebüll und Sylt sind noch dazu seit 1927 unverändert eingleisig. Was den Verkehr von und zur Insel immer wieder ins Stocken, phasenweise sogar zum Erliegen bringt. Allein im Mai und Juni sind über 150 Züge ausgefallen. Die Pünktlichkeit der Personenzüge bei Ankunft auf Sylt lag bei unter 40%. Daran wird sich auch die vor Kurzem angekündigte 160-Millionen- Euro-Investition der Deutschen Bahn zur längst überfälligen Instandhaltung der aktuellen Schienen, Weichen und Signaltechnik nichts ändern. „Immerhin ein positives Zeichen, das aber das eigentliche Problem, die Eingleisigkeit, nicht löst", so Luft. Bereits vor Jahrzehnten wurde wegen massiver Probleme auf der Strecke nach Sylt der zweigleisige Ausbau gefordert – und von der Politik versprochen. Inzwischen ist das Projekt zwar versehen mit dem zweithöchsten Prädikat des „potentiellen Bedarfs" und im sogenannten Bundesverkehrswegeplan verankert, bis heute allerdings ohne Folgen. „Obwohl Sylt das Zugpferd für den gesamten Norddeutschland-Tourismus ist, passierte bislang schlichtweg nichts." Im September wird ein entsprechender Antrag des Landes Schleswig-Holstein vom Bundesverkehrsministerium geprüft, die Strecke in den notwendigen „vordringlichen Bedarf" zu heben. Dazu braucht es den energischen Rückenwind aller Sylter, Syltpendler, Syltliebhaber, Syltgäste, Nordfriesen, Nachbarinsulaner und der gesamten Westküste. Damit die jahrzehntelange Verspätung des zweigleisigen Ausbaus endlich ein Ende hat.

www.sylt.de/petition; www.sylt.de/catapultair.

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