Ein Ausflug in die Landwirtschaft
Das Agrarium am Kiekeberg bei Hamburg
Wie arbeitet ein Landwirt, wie wird ein moderner Mähdrescher gefahren, wie entsteht Erdbeerjoghurt und was wird heute alles aus Getreide hergestellt? Das Freilichtmuseum am Kiekeberg in Rosengarten-Ehestorf bietet mehr als hübsche Bauernhäuser, traditionelle Gärten und alte Vieharten. Am 5. Mai 2012 öffnet das Agrarium und stellt Besuchern die moderne Welt der Landwirtschaft und Ernährung vor.
Mitten im Regionalpark Rosengarten, südlich von Hamburg, entstehen 3.000 Quadratmeter für aktuelle Fragen der Ernährung und Landtechnik. „Viele Menschen haben keine konkrete Vorstellung, wie ihre Lebensmittel heute hergestellt werden. Dabei ist Essen ein wichtiger Lebensbestandteil und interessiert schon Kinder sehr stark”, erklärt Museumsdirektor Professor Dr. Rolf Wiese. „Wir zeigen vielfältige Dinge, von Traktoren über ein Bullenskelett bis zu einem modernen Landwirtsbüro. Insbesondere Kinder erhalten dadurch ein realistischeres Bild.” Dazu kooperiert das Museum mit vielen Betrieben in der Region – sowohl konventionell wie ökologisch arbeitenden, großen oder kleinen Herstellern. Im Modell können Besucher mit landwirtschaftlichen Geräten ein Feld bestellen, einen modernen Mähdrescher in einer Fahrerkabine lenken oder Lebensmittelirrtümer aufklären. Genuss bietet die eigene Kaffeerösterei: Das Rösterei-Café „Koffietied“ bietet Kaffeespezialitäten und ausgesuchte Leckereien.
Besonderes bietet das Agrarium für Gruppen: Die Führung „Koffietied mit Lanz und Porsche” führt zu den wichtigen Antriebskräften – ohne Dampf, Diesel und Strom wären Fortschritte in der Landwirtschaft nicht denkbar gewesen. Die Aktion „Pottkieker” gibt einen Einblick in die moderne Lebensmittelproduktion und den Weg der Nahrung bis in die Ladenregale. Zu den Führungen gehört ein gemeinsamer Abschluss im Rösterei-Café.
Das Freilichtmuseum am Kiekeberg führt Vergangenheit und Gegenwart zusammen: Im historischen Bauernhof erleben Besucher, wie Schinken geräuchert, Grütze auf offenem Feuer gekocht und Brot für vier Wochen im Voraus im Lehmbackofen gebacken wurde. Auch zehrten die Feldarbeit und die täglichen Wege zum Brunnen an den Kräften. Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung waren mühsame Handarbeit, häufig unter gesundheitsschädlichen Umständen und aus heutiger Sicht mit schlechter Hygiene. Oft gab es Hunger und Krankheiten. Vor diesem Hintergrund werden die Vorteile der rationalisierten Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie deutlich: Verlässliche Ernten und höhere Leistungen beim Nutzvieh, ein berechenbares Preisniveau und geringere körperliche Belastungen in der Landwirtschaft, eine hohe und gleich bleibende Qualität, ausreichende Mengen und Sicherheitsstandards bei den Nahrungsmitteln.
Das Freilichtmuseum am Kiekeberg
Das Freilichtmuseum am Kiekeberg liegt im Süden Hamburgs in der Gemeinde Rosengarten. Über 30 historische Gebäude auf einem zwölf Hektar großen Freigelände erzählen von der Kultur und der Lebensweise in der Winsener Marsch und der nördlichen Lüneburger Heide der vergangenen 400 Jahre. Zu den historischen Gebäuden gehören Bauerngärten, alte Vieharten, der Anbau von historischen Feldfrüchten und Getreidesorten. Das Freilichtmuseum vermittelt Wissen zu den Themen Ernährung, Verarbeitung von Lebensmitteln und Handwerk an Kinder und Erwachsene. Veranstaltungen wie Erntedankfest und Käsemarkt, Schlachtfest, Dampf- und Traktorentreffen und Imkertag halten alte Traditionen und bis heute wichtige Techniken lebendig. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg ist ein lebendiges und familienfreundliches Museum zum Anfassen. Aus diesem Grund haben Besucher unter 18 Jahren freien Eintritt.
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