Europäischer Meeresschutz

Gesunde Nord- und Ostsee bis 2020

Nationale Meeresschutzstrategien dringend gesucht (Foto: BUND Eike Körner)

Ab Mitte Oktober 2011 wird im Rahmen einer sechsmonatigen Öffentlichkeitsbeteiligung allen Verbänden und Interessierten die Möglichkeit gegeben, sich über die nationalen Meeresschutzstrategien zu informieren und einzubringen.

Für die meisten UrlauberInnen am Meer sind „Landschaft“, „Natur“ und „Klima“ die wichtigsten Kriterien für die Reiseentscheidung. Dies verdeutlicht, wie sehr der Tourismus und damit ein stetig wachsender Teil der Wirtschaft von einer intakten Umwelt abhängig ist – und das nicht nur an der Nord- und Ostseeküste, sondern weltweit.


Viele Fischbestände werden weiterhin bis weit über ihre Kapazitätsgrenzen hinaus gefangen und unerwünschte Beifänge, beispielsweise Schweinswale, Seevögel oder artenreiche Wirbellose, in Kauf genommen; durch Flüsse eingetragene Nährstoffe vorrangig aus der Landwirtschaft begünstigen das Wachstum von Algen und dadurch auch oft Licht- und Sauerstoffmangel, so dass besonders in der Ostsee für viele Arten lebensfeindliche Bedingungen herrschen; die Verschmutzung durch Schadstoffe, die sich in der Nahrungskette anreichern, sowie Plastikmüll, der zum Tod vieler Meerestiere führt und unschön ist, ist ein Thema, das besonders UrlauberInnen und KüstenbewohnerInnen in Zukunft noch stärker betreffen wird; der Ausbau von Infrastruktur auf hoher See wie Windenergieparks, Ölplattformen und unterseeische Kabeltrassen, aber auch die Schifffahrt und der Tourismus auf und am Meer bergen ein steigendes Risiko an Verschmutzung, Verlärmung und Habitatverlust. All diese und noch weitere Belastungen konnten bisher noch nicht nachhaltig für unsere Meere geregelt werden.


Langfristig soll hier jedoch die Umsetzung der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie Abhilfe schaffen: Sie soll eine Balance zwischen der Nutzung und dem Schutz der Meere herstellen und hat zum Ziel, dass europäische Meeresgebiete spätestens bis zum Jahr 2020 sauber, gesund, produktiv und nachhaltig bewirtschaftet sind – ganz im Sinne aller Menschen, die von den Vorzügen gesunder Meere profitieren. Und das sind wir alle. Die Umsetzung der Richtlinie in Deutschland ist in vollem Gange.


Ab Mitte Oktober 2011 wird im Rahmen einer sechsmonatigen Öffentlichkeitsbeteiligung allen Verbänden und Interessierten die Möglichkeit gegeben, sich über die nationalen Meeresschutzstrategien zu informieren und einzubringen zu Fragen wie: Wie geht es Nord- und Ostsee jetzt? Wie soll ihr jeweiliger guter Umweltzustand aussehen? Welche konkreten Ziele haben wir für unsere Meere?


Der BUND wird sich auf Naturschutzebene intensiv mit diesen Fragen beschäftigen und sich für einen starken Meeresschutz einsetzenMit Hilfe hochgesteckter Ziele und entsprechender Schutzmaßnahmen können Nord- und Ostsee dann vielleicht endlich wieder aufatmen und so auch weiterhin zu den beliebtesten Reisezielen in Deutschland gehören. Aber auch jeder Einzelne kann durch umweltfreundliches Verhalten und nachhaltigen Konsum beitragen, um auch in Zukunft weiße Strände, sauberes Ostseewasser und frischen Fisch genießen zu können.


Informationen


finden Sie unter www.bund.net/meer


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