Fettes Comeback
Das Angler Sattelschwein
Nein, mit ihm reitet der Landwirt nicht in seine Fischgründe: Das Angler Sattelschwein hat seinen Namen seiner Herkunft, der Halbinsel Angeln zwischen Flensburger Förde und Schlei, zu verdanken. Und natürlich seinem weißen Fellsattel, der über den Schultern und den Vorderbeinen liegt.
Noch nicht einmal hundert Jahre alt ist die Rasse des Angler – auch Angeliter – Sattelschweins – und hat schon eine überaus bewegte Vergangenheit. In den 20er Jahren kreuzte man im schleswig-holsteinischen Angeln die örtliche schwarz-weiße Landrasse mit dem englischen Wessex-Saddleback. Das Ergebnis war eine robuste, anspruchslose, enorm fruchtbare Rasse mit marmoriertem Fleisch und ordentlichem Speckanteil, die schnell an Beliebtheit gewann. Vor dem 2. Weltkrieg tummelten sich rund 52.000 Sattelschweine allein in ihrer Heimat. Und nach dem Krieg, den entbehrungsreichen Hungerjahren, machte unser Schwein als „Wurstschwein” weiter Karriere. Bis in den 60er Jahren der Wohlstandsbauch seinen Charme verlor und der Bundesbürger nach magerem Fleisch verlangte. Damit war der Siegeszug des speckigen Lieblings beendet. Die Zucht ging so dramatisch zurück, dass Anfang der 90er Jahre nur noch neun Sauen und ein Eber das Angler Sattelschwein in Schleswig-Holstein vertraten. Die Rasse galt als extrem gefährdet.
Der Fall der Mauer erwies sich auch für das Angler Sattelschwein als Glücksfall: 50 Sauen und vier Eber waren in einer sächsischen LPG als Genreserve, als Deutsches Sattelschwein, gehalten worden. Eine Gruppe engagierter Züchter mit Unterstützung des Schleswig-Holsteinischen Schweinezuchtverbandes und der Landesregierung führte die Tiere in ihre ursprüngliche Heimat zurück. Heute wird das von feinen Fettadern durchzogene Fleisch des Angler Sattelschweins von Feinschmeckern wieder geschätzt. Hobbyzüchter und Vollerwerbsbetriebe sorgen mit ihren Zuchterfolgen für appetitlichen Nachwuchs.
Wer Angler-Sattelschweine beobachten möchte, kann das in der „Arche Warder”, zwischen Brahmsee und Wardersee im Naturpark Westensee.
Wohnen beim Angler Sattelschwein
Auf dem Bioland-Hof von Christa und Heiner Iversen in Munkbrarup, nahe der Flensburger Förde, lassen sich ganze Sattelschwein-Familien im Stall und auf der Weide erleben. Dafür stehen zwei schwedenrote Ferienhäuser mit allem Komfort für jeweils fünf Personen bereit. Eine Blockhaussauna, ein Grillplatz und ein Spielplatz komplettieren das Angebot.
www.urlaub-biohof.de
Weitere Informationen über Norddeutschland veröffentlicht das Urlaubsmagazin LAND & MEER (7,90 Euro) sowie die handliche A5-Broschüre FAHRRAD-WANDERN-WALKING (7,90 Euro) beide versandkostenfrei zu bestellen HIER: LAND&MEER Shop






