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Dem Stör auf der Spur
Der gefährdete Stör soll wieder in der Ostsee heimisch werden.

Aktion zur Neuansiedlung in der Ostsee gestartet

Dem Stör auf der Spur

Die bis Anfang des vorigen Jahrhunderts in der Ostsee heimischen Störarten sollen durch eine bisher einzigartige Aktion hier wieder ein neues Zuhause finden.

In der Pommerschen Bucht, in Freest nahe Greifswald, sollen 150 Störe ausgesetzt werden, die markiert und teilweise mit Datenspeichern ausgerüstet sind. Auf diese Weise wollen die Wissenschaftler der Gesellschaft zur Rettung des Störs und vom Verein Fisch und Umwelt erfahren, wohin die Fische wandern und wo sie sich bevorzugt aufhalten. Das lässt sich dadurch erkennen, dass die Datenspeicher alle zehn Sekunden Tiefe, Temperatur und Salzgehalt des Wassers erfassen. Sollten Fischer einen dieser Störe als Beifang an Bord bringen, sollen Länge und Gewicht gemessen werden, die Datenspeicher von der Rückenflosse entfernt und an den Verein geschickt werden. Auf dem gleichen Wege sollen auch Angler verfahren. Selbstverständlich müssen die geschützten Fische nach dieser Aktion wieder ins Meer zurückgesetzt werden. Verstärkung dürfen die jetzt ein Meter langen Störe erwarten, wenn im nächsten Jahr 30 ausgewachsene zwei Meter Exemplare aus einer Versuchsforschungsanlage auf dem Darß in Mecklenburg-Vorpommern den Weg in die Ostsee finden. Aus Kanada importiert, wurden die Knorpelfische hier fünf Jahre lang bis zur Geschlechtsreife aufgezogen und sollen nun zur Vermehrung der Ostseestöre eingesetzt werden.

Ein Fisch mit eigener Gesellschaft

Seit 14 Jahren setzt sich die Gesellschaft zur Rettung des Störs mit ihren Projektpartnern für die Erhaltung und Wiederansiedlung des Störs in Deutschland ein. Frankreich und Deutschland haben seine Erhaltung zu einer der wichtigsten Herausforderungen ihrer nationalen Strategien zur Erhaltung der biologischen Vielfalt erklärt. Zur Zeit laufen umfangreiche Maßnahmen, um die Art in europäischen Gewässern wieder anzusiedeln. Eine entscheidende Voraussetzung für das Gelingen ist dabei die Einbeziehung aller Fischer in Europa. Zwar sind Fang, wie auch Transport und Verkauf der national und international geschützten Art streng verboten, doch kommt es jedes Jahr in der Fischerei zu einer Vielzahl von unbeabsichtigten Stör-Beifängen. Um den Stör zu erhalten und zu schützen, ist es daher von grundlegender Bedeutung, dass der verantwortungsvolle Fischer jedes noch lebende Exemplar nach dem Fang wieder freilässt.

Näheres: www.sturgeon.deMehr Informationen zu ökologischen Maßnahmen in Nord- und Ostsee finden Sie in der neuen Ausgabe von LAND&MEER, die Sie jetzt am Kiosk finden, oder für 6,90 Euro portofrei im LAND&MEER Shop bestellen können._u

 

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