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Keine Beeren für Zugvögel?
Die Beeren der Krähenbeere sind eine wichtige Nahrung für Zugvögel. (Foto: Rainer Borcherding, Schutzstation Wattenmeer)

Klimawandel bedroht typische Sylter Dünenvegetation

Keine Beeren für Zugvögel?

Mit Sorge blicken die Biologen Lothar Koch und Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer auf die Sylter Dünenheide. An vielen Stellen beginnt die tannengrüne Krähenbeerenheide von den Rändern her unter der Trockenheit abzusterben und verfärbt sich in ein helles Braun.

Ob das schon der Beginn eines schleichenden Rückgangs der inseltypischen Dünenvegetation unter dem Klimawandel ist, bleibt abzuwarten- es ist jedoch nicht unwahrscheinlich. Forscher der Uni Oldenburg untersuchten bereits, welche Küstenpflanzen eine Klimaerwärmung um zwei Grad voraussichtlich nicht überleben werden. Ihre Ergebnisse prophezeien ein Verschwinden der Sylter Krähenbeere bis zum Jahr 2050.

Kaktusmoos bedroht Heiden

„Wenn die Krähenbeere abstirbt, wird möglicherweise das Neuseeländische Kaktusmoos die freien Flächen übernehmen. Diese eingeschleppte Art überwuchert zunehmend unsere Heiden", sagt Borcherding. Langfristig werde aber die lila blühende Besenheide vermutlich unsere Krähenbeerenheide ersetzen. „Das sieht auch nett aus, aber es fehlen die Beeren als Futter für die Zugvögel und die Insel wird ihren besonderen Heideduft verlieren", bedauert der Biologe. Die Krähenbeerensträucher geben ganzjährig einen besonderen Geruch ab, den viele Sylter und Stammgäste gut kennen.

„Gegen den Verlust der Krähenbeerenheide durch die Sommerhitze gibt es keine Handlungsmöglichkeiten", meint Lothar Koch, jedoch sollte ein kritisches Auge auf den jährlichen Grundwasserverbrauch der Insel geworfen werden. Die Grenzen des touristischen Wachstums auf der Insel seien diesbezüglich erreicht.

Um den Schutz seltener Tiere und Pflanzen zumindest der feuchten Dünentäler besser gegen den Klimawandel zu schützen, bereiten Landschaftszweckverband und Kreis Nordfriesland gemeinsam mit den Naturschutzverbänden derzeit die Vertiefung einiger feuchter Dünentäler vor. „Wir wollen einige Dünentäler um 40 bis 60 Zentimeter vertiefen, damit sie auch in trockenen Jahren der seltenen Kreuzkröte das Überleben und die Entwicklung ihrer Kaulquappen ermöglichen", erläutert Geschäftsführer Sven Lappoehn, der für die Sölring Foriining an dem Schutzvorhaben mitarbeitet. Mit diesen Baggerungen will der Kreis Nordfriesland als Pilotprojekt seiner Verantwortung für den Erhalt der Dünenheiden nachkommen. „Sylt allein beherbergt heute die Hälfte aller Heideflächen Schleswig-Holsteins. Wir müssen etwas für den Erhalt der Artenvielfalt zumindest in den Dünentälern tun", sagt Lappoehn.

www.schutzstation-wattenmeer.de

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