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Eine Weltreise durch die Kunst
Zum 20. Mal öffnet die Carlshütte ihre Tore, um Malern und Bildhauern, Fotografen und Installationskünstlern aus der ganzen Welt eine große Bühne für ihre Arbeiten zu geben. (Foto: www.nordart.de)

NordArt 2018 im Kunstwerk Carlshütte

Eine Weltreise durch die Kunst

Die NordArt feiert Jubiläum: Zum 20. Mal öffnet die Carlshütte ihre Tore, um Malern und Bildhauern, Fotografen und Installationskünstlern aus der ganzen Welt eine große Bühne für ihre Arbeiten zu geben. 200 ausgewählte Künstler beteiligen sich vom 9. Juni bis 7. Oktober 2018 an der Schau, die von Chefkurator Wolfgang Gramm konzipiert wird und eine der größten jährlichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Europa ist.

Jahr für Jahr definiert sich die Ausstellung neu und setzt andere Schwerpunkte. Die NordArt versteht sich als Refugium und Inspirationsquelle, für international renommierte Künstler ebenso wie für Newcomer. Hier, wo die unterschiedlichen Perspektiven einzelner Kulturen zusammentreffen, aber auch die gemeinsamen Träume von Ost und West und Nord und Süd, hier, wo die Exponate vor der Kulisse der historischen Eisengießerei eine ganz eigene Atmosphäre entwickeln, gehen die Besucher auf eine unvergleichliche Weltreise durch die Kunst. Und diese Reise wird bei jedem andere Saiten anrühren, jeden zu einer ganz persönlichen Zwiesprache mit der Kunst bewegen. Um die Einblicke zu vertiefen, widmet die NordArt jedes Jahr einem anderen Land einen eigenen Pavillon und stellt einen Fokus-Künstler vor.

FOKUS-KÜNSTLER der NordArt 2018: Jan Koblasa

Die NordArt verneigt sich vor einem Mann, der uns gerade in den Anfangsjahren immer wieder ermutigt hat, aus Träumen Wirklichkeit werden zu lassen: Jan Koblasa (1932–2017). Der in Tschechien geborene Bildhauer verließ sein Land 1968 und begründete wenig später die Bildhauerklasse an der Muthesius Kunsthochschule. Was er seinen Studenten mitgab, war nicht nur handwerkliches Können, sondern auch die stete Aufforderung, in sich zu gehen, eigene Perspektiven zu entwickeln und umzusetzen. Er selbst wünschte sich von Skulpturen: "Dass die Leute etwas haben, das ihren Augen und ihrer Seele gefällt, etwas, um zu verweilen und nachzudenken – etwas, das sie unterstützen kann." Wir freuen uns sehr, Jan Koblasas Arbeiten, die ja nicht weniger als europäische Geschichte spiegeln, zeigen zu dürfen.

LÄNDERFOKUS 2018: Tschechischer Pavillon • "An den Grenzen von Unendlichkeit und Zukunft"

Der Sprung von den Skulpturen Jan Koblasas zur nachfolgenden Künstlergeneration scheint zunächst groß, aber auf den zweiten Blick lässt sich die Entwicklung entdecken. Die beiden Prager Kuratoren Lucie Pangrácová und Michal Gabriel haben für den Tschechischen Pavillon Arbeiten von 13 Künstlern unter dem Motto "Entmaterialisierte Statuen und materialisierte Gemälde" ausgewählt. Die Ausstellung "An den Grenzen von Unendlichkeit und Zukunft" stellt Künstler vor, die in der digitalen Skulptur tätig sind, einer relativ neuen Kunstform, die Abhängigkeit von der Masse sowie der Begrenztheit des Materials eliminiert, und – als Gegengewicht – Maler, die die materiellen Aspekte des Gemäldes betonen und das Malmedium selbst zum Hauptthema machen. Ergänzt ist die Sammlung durch Fotografien, die die verborgenen Formen von Gesichtern und ihren Spiegelbildern offenbaren. Die Schirmherrschaft für den Tschechischen Pavillon hat der Botschafter der Tschechischen Republik, S.E. Tomáš Jan Podivínský, übernommen. Er sagt: "Ich halte Kultur für einen mächtigen Teil der Diplomatie... Die Kommunikation mittels der Kunst kann nämlich auf natürliche Art und Weise zur Verständigung und Annäherung zwischen den Menschen und Völkern rund um den Globus beitragen." Kooperationspartner ist das "Sculpture Line" Festival in Prag, so sind in diesem Sommer auch die Skulpturen von der NordArt in Prag und Bratislava im öffentlichen Raum zu sehen.

SONDERPROJEKTE aus CHINA

Die engen Kontakte zur chinesischen Kunstszene – und die langjährige Kooperation mit der chinesischen Botschaft in Berlin und chinesischen Kulturinstitutionen – haben es der NordArt wiederholt ermöglicht, spektakuläre Arbeiten zu zeigen. Das wollen wir auch 2018 fortsetzen. 15 chinesische Künstler, davon fünf Preisträger der NordArt, sind an unserer Jubiläumsausstellung beteiligt. Xu Bing inszeniert nicht nur seine "Phoenixe" neu, die im vergangenen Jahr den Publikumspreis erhielten, sondern stellt auch seine "Background Story" vor – eine sechs Meter lange Milchglasscheibe, die eine Landschafts-Idylle in sich spiegelt, bei rückwärtiger Inaugenscheinnahme allerdings Abfall und Müll. Von der Künstlerin Xiang Jing sind die Skulptureninstallation "The River Flows East" und Skulpturen aus der Serie "Naked Beyond Skin" zu sehen.

Preisträger der NordArt

Das Publikum kann sich auf ein Wiedersehen mit vielen der Künstler freuen, die in den vergangenen Jahren Publikumspreise oder den von Hans-Julius und Johanna Ahlmann gestifteten und mit 10.000 Euro dotierten NordArt-Preis erhalten haben. Dazu gehört auch Jörg Plickat, der zu den herausragenden Bildhauern Deutschlands zählt und den NordArt-Preis 2017 erhielt. Hans-Julius Ahlmann: "Seit Anfang an weltweiter Botschafter der NordArt – es wurde höchste Zeit für den NordArt-Preis!" Die Preisübergabe findet zur Eröffnung der NordArt 2018 statt.

KUNSTWERK CARLSHÜTTE

Seit dem 14. Jahrhundert diente das weitläufige Gelände im schleswig-holsteinischen Rendsburg/Büdelsdorf dem Schloss Rendsburg als Versorgungsgut. Mit Gründung der Eisengießerei Carlshütte fand hier ab 1827 die erste Industrieansiedlung der Herzogtümer Schleswig und Holstein statt. Nach der endgültigen Stilllegung des Industriebetriebes im Jahr 1997 erfolgte die Übernahme des Geländes mit seinen gewaltigen Gießereihallen durch Hans-Julius Ahlmann, Gesellschafter der international tätigen ACO Gruppe. Das Kunstwerk Carlshütte entstand 1999 und ist eine Non-Profit-Kulturinitiative der international tätigen ACO Gruppe und der Städte Büdelsdorf und Rendsburg – ein besonderer Ort für Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Theater- und Filmvorführungen. Mittelpunkt ist die jährlich in den Sommermonaten stattfindende NordArt mit ausgewählten Künstlern aus aller Welt. Ihre Bühne sind die gewaltigen Hallenschiffe der historischen Eisengießerei mit ihren 22.000 Quadratmetern Grundfläche und ein 80.000 Quadratmeter großer Skulpturenpark. Gastgeber im Kunstwerk Carlshütte ist das Unternehmerehepaar Hans-Julius und Johanna Ahlmann. Die NordArt kooperiert mit Kulturinstitutionen, Botschaften und Kuratoren aus verschiedenen Ländern.

www.nordart.de

SCHLESWIG-HOLSTEIN MUSIK FESTIVAL

Das Schleswig-Holstein Musik Festival und die NordArt, gute Nachbarn auf dem Gelände des Kunstwerks Carlshütte, verbindet nicht nur die intensive Pflege des weltweiten Netzwerkes von Künstlern, sie treiben auch erfolgreich das Crossover von bildender Kunst und Musik voran. Seit 2011 ist das Kunstwerk Carlshütte Heimat für das internationale Festivalorchester (www.shmf.de/oa). Die ACO Thormannhalle wurde eigens dafür zu einem Proben- und Konzertraum mit Platz für 1200 Zuhörer umgebaut. 2015 zog das Festival erstmals in die NordArt ein. Nach dem „The Big Six", „The Big Seasons" und „The Big Organ" folgt nun am 18. und 19. August „The Big Bernstein".

www.shmf.de

Mehr Informationen zu Kunst hier bei uns im Norden finden Sie in der neuen Jubiläumsausgabe von LAND & MEER. Sie erhalten das Magazin für 8,90 Euro am Kiosk oder hier versandkostenfrei im LAND & MEER Shop.

 

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