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Das Hausmittel
Fliederbeersaft als Grog verabreicht, hilft vorzüglich gegen eine nahende Erkältung. (Foto: Dieck/Vogt)

Rezept der Woche: Fliederbeergrog

Das Hausmittel

Dem Busch wird wirklich eine ganze Menge zugetraut. Er soll Hausgeister beherbergen, vor Hexen und Schlangenbissen schützen. Auf Bauernöfen wurde er gerne direkt am Haus angepflanzt. In ganz Norddeutschland wächst er in den Knicks. Und eines ist gesichert: Sein Saft als Grog verabreicht, hilft vorzüglich gegen eine nahende Erkältung.

Mit Flieder hat der schwarze Hollunder nur dem Namen gemein und vielleicht die Ähnlichkeit seiner Blüten. Während der wahre Flieder während seiner Blüte lieblich riecht und in die Vase kommt, ist der Hollunder im Haus vielseitig einsetzbar. Seine Blüten werden in Pfannkuchenteig gewendet und in der Pfanne gebraten oder als Tee gegen Entzündungen und Schmerz verabreicht. Dabei soll der Tee sogar noch mehr Vitamin C enthalten als die Fliederbeeren selbst. Die werden im Herbst zu Saft verarbeitet, der entweder als Fliederbeersuppe auf den Tisch kommt, oder aber als Grog, entweder als Nachtisch oder als Heilmittel.

Da die Hollundersträuche gerade in den schleswig-holsteinischen Knicks häufig zu finden sind, lohnt es sich kaum die Beeren zu kaufen. Die Ernte ist schnell und ergiebig, denn die großen Dolden tragen jeweils viele Früchte. Wegen des Standortes der Büsche hier im Norden heißt die leckere Fliederbeersuppe mancherorts auch einfach „Knicksupp", denn da kommt sie ja her.

Wer seine Beeren nicht selber erntet, der findet heute in fast jedem Supermarkt fertig abgepackten Fliederbeersaft, der natürlich genauso zu Suppe verarbeitet werden kann. Da der Saft fast unbegrenzt haltbar ist, stand er bei uns immer im Keller. Wenn wir dann im Winter mit nassen Füßen und triefender Nase nach Hause kamen und abends die Stirn glühte, dann war es soweit. Es gab Grog und zwar für die ganze Familie. Der Kindergrog ohne, der für die Erwachsenen mit einem ordentlichen Schuss Rum. Im Bett ging dann das Schwitzen los, aber am nächsten Morgen war schon wieder alles in Ordnung und es ging doch zur Schule.

Fliederbeergrog ist denkbar einfach herzustellen. Da der schwarze Saft der Beeren ausgesprochen sauer ist, kann man ihn sehr gut mit Apfelsaft mischen. Dann kommt er heiß in die Gläser und für die Kinder gibt es etwas Zucker dazu, für die Erwachsenen Zucker und einen Schuss Rum.

Fliederbeergrog – Das Hausmittel

Zutaten (für vier Personen):

1 Liter Fliedersaft

1 Liter Apfelsaft

Brauner Rohrzucker

Zimtstange

Rum

Zubereitung

Den Apfelsaft und Fliederbeersaft in einen großen Topf geben und langsam erhitzen. Nur so stark, dass er noch trinkbar ist. Die Zimtstange darin ziehen lassen. Vielleicht schon mit etwas Zucker abschmecken.

Servieren

Aus dem Topf in Groggläser füllen und reine Karaffe mit Rum auf den Tisch stellen. Wer es nachsüßen möchte, bekommt einen Pott mit braunem Zucker gereicht.

Das Kochbuch "Potttkieker light", unsere LAND & MEER Ausgaben und unser Magazin SEASIDE finden Sie hier: www.landundmeer.de

 

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