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Rennbahn am Strand – nee, oder?
Der Fahrradweg am Elbstrand, wie ihn sich die Oevelgönnerin Katharina Marg vorstellt. "Eventgastronomie" hat Sie Ihr Foto genannt.

Fahrradstadt Hamburg

Rennbahn am Strand – nee, oder?

Es tut sich was in Hamburg. Die Politik hat plötzlich ihre Liebe für die Radfahrer entdeckt. In der Metropolregion hat man untersuchen lassen, ob Radschnellwege in die Stadt sinnvoll sind und am Oevelgönner Elbstrand steht ein Radweg direkt an der Wasserkante zur Diskussion, allerdings mit heftiger Gegenwehr von Anwohnern und Strandfreunden.

Fahrradschnellwege in der Region Richtung Hamburger Innnenstadt, möglichst ohne Ampeln, Autoverkehr und Fußgänger, das ist das Ziel einer Machbarkeitsstudie der TU Harburg. Die chronisch verstopften Hauptverkehrsader sollen entlastet werden, wenn die Menschen sich entschließen, aufs Rad zu steigen. Schon in drei Jahren könnte es losgehen, auf einer Strecke zwischen Elsmhorn, Tornesch und Halstenbek. Ob sich überhaupt der Platz für so eine Fahrradstrecke finden lässt, muss allerdings erst geprüft werden.

Fahrradrennbahn am Oevelgönner Elbstrand?

Viel weiter ist die Politik im Bezirk Altona. Hier sieht man den Bedarf, eine 900 Meter lange Lücke für den Elbe-Radweg von der Mündung bis zur Elbquelle im Riesengebirge endlich zu schließen. Die Radfahrer  müssen nämlich im Bereich des nur zwei Meter breiten Weges entlang der malerischen Oevelgönner Häuser absteigen und schieben. Das bedeutet, wie der ADFC Hamburg ermittelt hat, eine Zeitverzögerung von 15 Minuten – undenkbar, wie man findet. 

Neu ist das Projekt Radweg am Strand nicht. Alle paar Jahre wird es einmal wieder hervorgeholt. Der letzte Versuch im Jahre 2011, musst aufgegeben werden, weil sich Hausbesitzer weigerten, einen Teil ihres Strandes zu verkaufen. Jetzt hat man den Weg direkt ans Wasser verlegt, mit einem Schwenk um die beliebten Strandlokale "Standperle" und "Ahoi" herum. Die Kosten für den knapp sechs Meter breiten Weg haben sich auch verdopptelt, weil man mit wesentlich stärkeren Gründungsmaßnahmen rechnet.

Anhörung im Verkehrsausschuss

Anwohner und Interessierte können sich am Montag, 20.02.2017, 18:30 Uhr Sitzungsraum des Technischen Rathauses (EG), Jessenstraße 1, 22767 Hamburg (Zugang über Nebeneingang Jessenstraße, Ecke Virchowstraße) einfinden. Dass es da hoch hergehen wird, zeigt sich schon durch die rege Disskussion auf der Facebookseite Gegen die Fahrrad-Rennbahn in Oevelgönne

Gegenargumente gibt es wahrlich genug. Dazu muss man einfach nur einmal an einem warmen Sommertag einen Blick auf den Strand werfen, wenn es da nur so wimmelt von Erholungssuchenden. Kaum vorstellbar, dass dort eine Fahrrradtrasse möglich ist. In der Bezirkspolitik rudert man auch schon wieder ein Stück zurück. Als eigentliche Befürworter sind nur die Grünen übriggeblieben.

Alternative Lösungen

Dass der Elbe-Radweg möglichst zusammenhängend verlaufen soll, ist ja verständlich. Auch verständlich ist, den Anwohnern der Elbvororte eine Alternative zur stets verstauten Elbchausses auf dem Hochufer anzubieten. Die Frage stellt sich, ob die Politik stark genug ist, eine Fahrradtrasse auf der Elbchaussee oder ihren Nebenstraßen auszuweisen, oder aber, wie LAND & MEER Verlegerin Undine Schaper es schon immer fordert, die Fährgesellschaft HADAG endlich dazu zu bringen, einen regelmäßigen Fährverkehr zwischen Wedel, Blankenese und den St.Pauli Landungsbrücken einzurichten.

Mehr Informationen über Radwege hier bei uns im Norden finden Sie im LAND & MEER: Sie erhalten das Magazin für 8,90 Euro am Kiosk oder hier versandkostenfrei im LAND & MEER Shop.

 

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