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Verträumte Hügel, steile Ufer, sanftes Blau
Fahrradfahren ist für rund 70 Prozent aller Gäste den Hauptgrund für eine Reise nach Mecklenburg-Vorpommern. (Foto: TMV/Werk3)

Rechts und links des Ostseeküstenradwegs

Verträumte Hügel, steile Ufer, sanftes Blau

Durch sonnengelbe Raps- und leuchtend rote Mohnfelder, durch märchenhafte Wälder oder entlang der blauen Ostsee: Neun Radfernwege und nicht weniger als 21 Rundtouren führen Radurlauber kreuz und quer durch Mecklenburg-Vorpommern.

Auf rund 2.500 Kilometern Fern- und 5.500 Kilometern Rundwegen entdecken Neuaufsteiger wie auch erfahrene Pedalritter faszinierende Naturlandschaften, die einer aktuellen Studie des Qualitätsmonitors Deutschland zufolge für rund 70 Prozent aller Gäste den Hauptgrund für eine Reise nach Mecklenburg-Vorpommern ausmachen. Neben jeder Menge seltener Tierarten, urigen Wäldern, idyllischen Badeseen oder strahlend weißen Sandstränden wird dabei nicht nur etwas für die Augen geboten, sondern vielerorts auch eine für Radfahrer hervorragende Infrastruktur. Fahrradfreundliche Gasthöfe und mehr als 260 „Bett&Bike"-Betriebe im ganzen Land bieten Radurlaubern jeglichen Komfort, um die Reise auf zwei Rädern zu einem entspannten wie spannenden Abenteuer unter freiem Himmel werden zu lassen.

Ganz oben auf der Wunschliste

Eine der landschaftlich reizvollsten Radfernrouten im Nordosten ist der rund 670 Kilometer lange Ostseeküsten-Radweg. Laut der aktuellen ADFC-Radreiseanalyse rangiert dieser ganz oben auf der Wunschliste aller deutschen Fernradler. Er führt in Mecklenburg-Vorpommern durch stolze und prachtvolle Hansestädte, durch traditionsreiche Seebäder mit einzigartigem Flair und streift auf seinem Weg zur polnischen Grenze die drei Inseln Poel, Rügen und Usedom sowie die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Unterwegs bieten sich Naturschauspiele, die jegliche Ermüdung schnell vergessen lassen. Bereits kurz nach dem Start im Klützer Winkel und dem Passieren der Welterbe-Stadt Wismar werden Radler auf der vorgelagerten Insel Poel schon von weitem von dem aufgeregten Gegacker unzähliger rastender Wasservögel begrüßt. Wer sich für die einzigartige Naturlandschaft der Salzhaffregion interessiert, sollte einige Kilometer weiter, im Ostseebad Rerik, unbedingt einen Ausflug mit der „MS Salzhaff" einplanen. Immer mit Blick auf die artenreiche Flora und Fauna des schilfummantelten Ufers gleitet das Schiff bis zur Halbinsel Wustrow, die seit 2004 für Besucher gesperrt ist. Unterwegs erläutert ein Meeresbiologe den Vogelschutz im Naturschutzgebiet und spannende Details aus der maritimen Tier- und Pflanzenwelt.
www.ms-ostseebad-rerik.de

Ein von der Natur geschaffenes Meisterwerk

Gespenstische Wälder und faszinierende Steilufer präsentieren sich Urlaubsgästen zwischen Kühlungsborn und Heiligendamm. Mehr als 170 Jahre haben die Bäume des Nienhäger Gehölzes teilweise schon auf ihren verzweigten Ästen. Vom stetigen Seewind und die feucht-salzige Luft haben sie ein besonders mystisches Aussehen verliehen bekommen, das vor der abrupt abfallenden Küste so richtig zur Geltung kommt. Immer weißer, immer feiner und immer breiter wird der Sandstrand, den Radler im weiteren Verlauf Richtung Rostock-Warnemünde linker Hand liegen lassen. Am anderen Ufer der Warnow beginnt die Rostocker Heide, ein riesiges Waldgebiet, das die Ostseebäder Markgrafenheide und Graal-Müritz einrahmt und sich fast bis zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zieht. Mit bunten Kapitänshäusern, alten Zeesbooten am Saaler Bodden und der sumpfartigen Naturlandschaft zwischen Zingst und Pramort werden nicht nur naturbegeisterten Radlern unzählige Verschnaufpausen abgerungen. Hier begleiten besonders im Frühjahr und Herbst auch riesige Kranichschwärme die Aktiven auf ihrer Radreise.

Rügen ist ein von der Natur geschaffenes Meisterwerk. Einmal rund um die Insel führt der Ostseeküsten-Radweg – vorbei am sagenumwobenen Königsstuhl mit seinen Kreidefelsen, den Feuersteinfeldern südlich von Sassnitz sowie den eleganten Bädervillen in Binz, Sellin und Göhren. Rund um die traditionsreichen Bäderorte hat sich über Jahrtausende eine Vielfalt verschiedener Ökosysteme entwickelt. Naturnahe Dünen, Feuchtheiden und Heidemoore mit seltenen Orchideen, Erlenbrüche mit imposanten Schwertlilien und Röhrichte im Ufersaum des Boddens bieten einen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Wer die Naturoasen im südöstlichen Rügen entdeckt, der sollte unbedingt Augen und Ohren offen halten: Seit 2012 werden etwas südlich von Sassnitz Wasserbüffel zur naturnahen Beweidung eingesetzt, um der durch die frühere militärische Nutzung geschädigten Landschaft wieder ihren ursprünglichen Charakter zu geben. Die gewaltigen Tiere leben auf großzügig gekoppelten, halboffenen Weideflächen, die auch im Rahmen einer Büffelsafari erkundet werden können. Buchungen sind unter der Telefonnummer 0172 4064567 möglich. Weitere Informationen: www.ostseebad-binz.de

Von der Hansestadt Greifswald ist es nicht mehr weit bis zum Peenestrom und zur Insel Usedom – dem vorläufigen Ziel des hiesigen Ostseeküsten-Radweges. An breiten Stränden reihen sich die Ostseebäder mit ihren langen Promenaden und der sehr gut erhaltenen Bäderarchitektur aneinander. Zeigt sich die Ostsee auf der einen Seite der Insel noch von seiner stürmischen Seite, legt sich nur wenige hundert Meter entfernt davon eine nahezu unendliche Ruhe über die Wogen des Achterwassers. Hier lohnt es sich, den ein oder anderen Abstecher in das naturstolze Hinterland Usedoms zu unternehmen, das zum Beispiel auf der Halbinsel Gnitz mit seltenen Fischottern, scheuen Uferschwalben und weiten Wacholder-Kieferwäldern ein ganz besonderes Biotop zu bieten hat.

Ausführliche Informationen rund um den Ostseeküsten-Radweg und weitere Radfernwege im Nordosten können Pedalritter in einer Broschüre überblicken. Die vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern herausgegebene Übersicht weist den Weg kreuz und quer durch das Radwanderland. Unter www.auf-nach-mv.de/prospekte kann diese kostenlos angeschaut oder bestellt werden.

Mehr Informationen über Urlaub bei uns im Norden finden Sie in den neuen Ausgaben von LAND & MEER und SEASIDE. Sie erhalten die Magazine für 8,90 Euro bzw. 9,80 Euro am Kiosk oder hier versandkostenfrei im LAND & MEER Shop.

 

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