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Starke Schlepper
Nur mit Unterstützung von Schleppfahrzeugen gelangen große Containerschiffe sicher an ihren Liegeplatz (Fotos: www.fairplay-towage.com, CMA)

Arbeitspferde im Hafen

Starke Schlepper

Sie sind die Arbeitspferde in den Häfen der Welt. Ohne Schlepper könnten Containerriesen, Frachter, Tanker und Kreuzfahrtschiffe nicht sicher an ihren Liegeplatz gelangen. VON HANS-HARALD SCHACK

Um große Schiffe bugsieren zu können, haben Schlepper starke Antriebe. Heutige Hafenschlepper bringen bis zu 80 Tonnen Zugkraft auf, „Pfahlzug" benannt. Ihre armdicken Leinen sind aus Sicherheitsgründen für die dreifache Last ausgelegt.Die bekanntesten Schlepp-Reedereien in Deutschland sind Fairplay Towage (1905 gegründet) und Bugsier (1866). Moderne Schlepper haben keine einfachen Propeller mehr, sondern Spezialantriebe. Es gibt zum einen die Azimuth-Antriebe, das sind Propeller in Düsen, die als ganze Einheiten um 360 Grad drehbar sind. Man unterscheidet den Azimuth Stern Drive (ASD) und den Traktor-Schlepper. Beim ASD befinden sich die Antriebe unterm Heck (engl.: stern), beim Traktor unter den Aufbauten im vorderen Drittel des Schleppers. Zum anderen gibt es Voith-Schneider- Propeller (VSD). Diese Antriebe sind meist ebenfalls unter der Brücke montiert (Traktor). Sie sehen aus wie ein Bündel Ruderblätter, die auf einer Platte rotieren und verstellbar sind. Der Schiffsführer kann damit sehr feinfühlig in jede Richtung Schub geben oder auch auf der Stelle drehen. Das verringert die Gefahr des Querschlagens. Durch diese modernen Antriebe kommen Unfälle nur noch selten vor.

Starke Schlepper
Mit dem Azimuth Stern Drive (ASD) gibt der Schlepperkapitän Schub in jede gewünschte Richtung.
Zwei Jahre Ausbildung

Schlepperkapitäne sind Spezialisten, die ihre Karriere meistens in der Frachtschifffahrt begonnen haben. Bevor sie selbst ein Schiff bekommen, durchlaufen sie eine zweijährige interne Ausbildung unter Aufsicht eines erfahrenen Schiffsführers. Während des Schleppens und Bugsierens im Hafen gibt immer der Kapitän oder der Lotse auf dem Seeschiff das Kommando. Auf einem typischen Schlepper in nordeuropäischen Häfen arbeiten drei Mann. Kapitän, Maschinist und Decksmann gehen meist mehrere Tage hintereinander Wache – in Rostock zum Beispiel 14 Tage Dienst, 14 Tage frei – und sind in dieser Zeit Tag und Nacht einsatzbereit. Ein Schlepper verbraucht im Einsatz pro Stunde 150 bis 200 Liter Gasöl, eine Art Diesel. Schlepper ziehen und „pushen", also schieben, Schiffe, Leichter, Pontons und Offshore-Gerät. Hochseeschlepper schleppen Schiffe übers Meer oder werden bei Bergungen eingesetzt. Um Schiffen in Not schnell assistieren zu können, hat die Bundesregierung vor deutschen Küsten drei Notschlepper der „Arbeitsgemeinschaft Küstenschutz" gechartert. Die „Nordic" (200 tons Pfahlzug) ist auf der Nordsee stationiert, die „Baltic" (120 tons) in Warnemünde und die „Fairplay 25" (65 tons) in Sassnitz auf Rügen.

Mehr über die Häfen bei uns im Norden finden Sie in der neuen Ausgabe von LAND & MEER. Sie bekommen das Magazin entweder am Kiosk für 8,90 Euro oder hier direkt versandkostenfrei im LAND & MEER Shop

 

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