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40 Jahre Betreuungsarbeit im Wattenmeer
Im WInter werden die Kegelrobben bewacht, damit sie ungestört ihre Jungen aufziehen können. (Foto: www.nordseetourismus.de/Wilken)

Kegelrobben bewachen, Vögel zählen, Gäste führen

40 Jahre Betreuungsarbeit im Wattenmeer

Im Januar 1974 erließ die schleswig-holsteinische Landesregierung die Verordnung über das Naturschutzgebiet (NSG) „Nordfriesisches Wattenmeer". Seit 40 Jahren betreut die Schutzstation Wattenmeer, ein unabhängiger gemeinnütziger Umweltverband, im Auftrag des Landes das Gebiet, das 1985 zum größten Teil im Nationalpark aufging. Das damals größte Naturschutzgebiet Deutschlands reichte bis zur Eider. Mit der Nationalparkgründung kam Dithmarschen dazu, so dass sich die Schutzstation heute von Sylt bis zur Elbe um das Wohlergehen der Pflanzen und Tiere an der Nordsee kümmert.

„Es ist in Europa einzigartig, dass ein so großes Gebiet von einer Nichtregierungsorganisation betreut wird", sagt Harald Förster, Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer und lobt gleichzeitig die gute Zusammenarbeit mit der staatlichen Naturschutzverwaltung über die vielen Jahre.

Jetzt im Winter bewachen die „Schutten", wie die Freiwilligen im Westküsten-Slang auch genannt werden, oft tagelang junge Kegelrobben auf den Inseln, damit sie ungestört von ihren Müttern gesäugt werden können. Das ganze Jahr über zählen die Bundesfreiwilligen und Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr alle zwei Wochen die Vögel im Wattenmeer, erfassen das Vorkommen von Watt-Tieren oder kartieren Salzwiesenpflanzen.

„Fast genauso wichtig wie die direkte Schutzarbeit ist unsere Bildungsarbeit für Nachhaltigkeit, mit der wir jedes Jahr etwa 300.000 Besuchern die Faszination des Weltnaturerbes vermitteln", sagt Geschäftsführer Förster.

Nationalpark dieser Art nicht durchsetzbar

Schon Anfang der 1960er Jahre hatten die Pioniere um Schutzstation-Gründer Gert Oetken erkannt, dass sich der Naturschutz auf diesem Wege „Verbündete für seine Belange schafft", als sie ihr Konzept für eine großräumige Unterschutzstellung des Wattenmeeres vorstellten. Das Naturschutzgebiet war 1974 eine Realisierung dieser Ideen. Ein Nationalpark war zur damaligen Zeit politisch nicht durchsetzbar.

Die Akzeptanz vor Ort wollten die Nationalparkplaner 1985 steigern, als sie einen 150 Meter breiten Streifen ab Deichkante von seiner Fläche aussparten. Dieses hat die kuriose Folge, dass die Schutzstation Wattenmeer heute neben großen Teilen des Nationalparks auch das schmalste und eines der längsten Naturschutzgebiete Deutschlands betreut, denn das „NSG Nordfriesisches Wattenmeer" hat auf dem 150 Meter breiten-Streifen weiter Bestand.
www.schutzstation-wattenmeer.de.

Mehr Informationen zum UNESCO-Weltnaturerbe Wattennmeer finden Sie in der neuen Ausgabe von LAND & MEER. Sie bekommen das Magazin entweder am Kiosk oder hier direkt im LAND & MEER 

 

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