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Pazifische Auster verdrängt heimische Miesmuschel
Seit neuestem ein häufiges Bild im Wattenmeer: Pazifische Auster.

Krieg der Muscheln

Pazifische Auster verdrängt heimische Miesmuschel

Im Wattenmeer spielt sich zurzeit ein gigantischer Verteilungskampf zwischen Pazifischer Auster und Miesmuschel ab. „Ganze Miesmuschelbänke sind inzwischen von den Austern überwuchert”, sagt Muschelfischer Wolfgang Christoffers.

Gigantischer Anstieg

Diese Beobachtung wird von der Wissenschaft mehr als bestätigt. Innerhalb weniger Jahre stieg die Zahl der Pazifischen Austern gigantisch an. „1998 haben wir im Niedersächsischen Wattenmeer zwei Austern gefunden. 2003 waren es schon 60.000. Schätzungen zufolge gab es im letzten Jahr mehrere 100 Millionen Austern”, sagt Achim Wehrmann vom Senckenberg Institut in Wilhelmshaven. Wie gelangte die Pazifische Auster in die Nordsee? Ursprünglich wurde sie in Aquakulturen vor Sylt gezüchtet. Einigen Exemplaren der exotischen Spezies gelang die Flucht ins weite Wattenmeer. Sie besiedelte fortan nicht nur Steine und Hafenkais, sondern überwuchert mit Vorliebe auch die Miesmuschelbänke. Wattwanderer schwärmen vom feinen Geschmack der wilden Auster. Roh mit Zitrone genossen oder im Ofen gebacken soll sie eine Delikatesse sein. Muschelfischer können hingegen mit der Pazifischen Auster wenig anfangen. Sie darf nicht befischt werden und scheint auch nicht geeignet für eine kommerzielle Nutzung. „Einzelne Austern mögen gut schmecken. Aber sie sind sehr scharfkantig und wachsen oft zusammen, manchmal 30 Stück auf einem Haufen, die kann man so nicht verkaufen“, sagt Muschelfischer Christoffers. Die Pazifischen Austern stellen nicht nur eine Bedrohung für die Miesmuscheln dar. Da sie die Miesmuschelbänke überwuchern, bieten sie den heimischen Muscheln auch Schutz vor den gefräßigen Silbermöwen. „Es sieht also nicht so aus, dass es zu einer echten Verdrängung der Miesmuscheln im Wattenmeer kommt”, meint Achim Wehrmann. (b)

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