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Kampen, List und Hörnum
Das Leuchtfeuer Kampen wurde vom dänischen Staat errichtet (Foto: Westendorf)

Die Türme von Sylt

Kampen, List und Hörnum

Mitte des 19. Jahrhunderts lag die Westküste Jütlands noch weitgehend im Dunkeln. Die dänische Regierung errichtete ihren ersten Leuchtturm in Hanstholm, weit im Norden Jütlands. Für den Bau eines zweiten Turmes an der Küste wählte man die Insel Sylt. Auf der Pariser Weltausstellung 1852 erwarb man einen neuartigen ölgespeisten „Leuchtapparat“, den die Regierung für 40.000 dänische Taler für den Sylter Leuchtturm kaufte.

Er wurde auf dem 27 Meter hohen Roten Kliff aus gelben Klinkersteinen gebaut, die auf Bornholm abgebaut und auf die Nordseeinsel gebracht wurden. Bauherr war der dänische König Frederik VII, dessen schmiedeeisernes Monogramm am Turm oberhalb der Eingangstür angebracht ist. Offiziell gilt 1855 als das Baujahr des Turms, gezündet wurde das Feuer aber erst am 1. März 1856. Die gigantische Gürtellinse, die auf der Weltausstellung so viel Aufsehen erregte, strahlte dabei das Licht einer Rüböldochtlampe aus.

Schon in den folgenden zwei Jahren war der Leuchtturm Rotes Kliff, wie er seinerzeit genannt wurde, nicht mehr alleine auf Sylt, als die beiden gusseisernen Türme List West und List Ost für die Nordumfahrung der Insel errichtet wurden. 1864 wurde Sylt preußisch und die Befeuerung der Insel von deutschen Behörden betrieben. 1875 musste man dem steinernen Leuchtturm ein Eisenring-Korsett anlegen, um seine Standfestigkeit zu verbessern. Zu diesem Zeitpunkt strahlte der Turm zu allen Seiten ein weißes Feuer aus, und ein roter Sektor zeigte nach Nordosten, der im Zusammenspiel mit den Sektoren des Turms List West die Nordumfahrung der Insel markierte. 1913 wurde dieser Sektor in das nur wenige hundert Meter weiter nördlich errichtete kleine Quermarkenfeuer Rotes Kliff ausgelagert. Die Bezeichnung des großen Leuchtturms änderte sich in „Kampen".

Im Laufe der Jahrzehnte wurde mehrmals die Betriebsart des Feuers umgestellt, bis 1929 der elektrische Betrieb eingeführt wurde. Seinen heutigen Anstrich erhielt der Turm im Jahre 1953. Seit 1977 ist das Feuer ferngesteuert.

Betriebszeit: 1856-
Feuerhöhe über Mittelwasser: 62 m
Bauwerkshöhe: 40 m
Sektoren und Tragweiten: Weiß 20 sm Rot 16 sm
Kennung: Fl WR 10 sec

Kampen, List und Hörnum
List Westfeuer, der nördlichste Leuchtturm Deutschlands (Foto: Kluckert)
Der nördlichste Leuchtturm Deutschlands

Das westliche der bekannten Lister Leuchttürme auf dem Ellenbogen ganz im Norden der Insel Sylt bildet eine kleine Superlative: Er ist der nördlichste Leuchtturm Deutschlands!

Betriebszeit: 1858-
Feuerhöhe über Mittelwasser: 19 m
Bauwerkshöhe: 11 m
Sektoren und Tragweiten: Weiß 14 sm Rot 11 sm Grün 10 sm
Kennung: Oc WRG 6 sec

Kampen, List und Hörnum
Der Leuchtturm Hörnum ist fast Baugleich mit dem Wahrzeichen der Küste – Westerhever
Leuchtturm Hörnum

Markantes Wahrzeichen von Hörnum, der südlichsten Gemeinde auf der Insel Sylt, ist der große und weithin sichtbare Leuchtturm, der auf einer 17 m hohen Düne steht. Er ist nahezu baugleich mit den Leuchttürmen Pellworm und Westerheversand.

Betriebszeit: 1907-
Feuerhöhe über Mittelwasser: 49 m
Bauwerkshöhe: 33 m
Sektoren und Tragweiten: Weiß 20 sm
Kennung: Fl (2) W 9 sec

Jede Menge Informationen über Leuchtfeuer an der deutschen Küste bieten die Leuchtturm Seiten von Thorsten Solmecke: wwww.leuchttuerme.de und die Leuchtfeuer Seiten von Claudia & Mike Hovorka: www.leuchtfeuerseiten.de

Mehr über Leuchtfeuer an der Küste finden Sie in der neuen Ausgabe von LAND & MEER. Sie bekommen das Magazin entweder am Kiosk für 8,90 Euro oder hier direkt versandkostenfrei im LAND & MEER Shop

 

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