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Unter falscher Flagge unterwegs
Entenmuscheln, jetzt auf Sylt gefunden. Foto: Gunnar Dommasch

Entenmuscheln

Unter falscher Flagge unterwegs

Sieht aus wie eine Muschel, riecht wie eine Muschel – und ist in Wirklichkeit ein Krebs: die Lepas fascicularis, die Bojen bildende Entenmuschel

Nach ein paar Tagen starker Weststürme fanden sich wundernde Sylt-Urlauber große Mengen skurriler Gebilde am Flutsaum am Strand von Westerland, von Möwen begeistert verspeist, aber auch von erfahrenen Strandläufern noch nie vorher gesehen. Befragte Einheimische wunderten sich ebenso und tippten feixend auf „Grüße aus dem All“. Tatsächlich handelt es sich um eine Untergruppe der Krebse, um so genannte Rankenfüßer, Verwandte der Seepocken. Die Schale der dunkelfleischigen Entenmuschel besteht aus fünf durchscheinenden Platten, die bis zu 3,5 cm lang werden. Sie ernährt sich von Plankton, das sie mit ihren borstenbedeckten Beinchen aus dem Meer fächelt, in dessen Weiten sie sich am liebsten treiben lässt. Und das nicht gern allein. Als Gruppen, hier zu Dritt, kleben sie eine schwammige, weiße Masse wie eine Boje an vorbeischwimmende Algen oder um andere Gegenstände herum und werden so zu bizarren Gebilden. Ihre eigentliche Heimat ist der Atlantik und der Ärmelkanal, wo sie auch gern von Menschen verzehrt werden. Sicher wird die Entenmuscheln von jetzt an nicht an Sylter Küsten heimisch, so wie Ende der 70er Jahre die Amerikanische Schwertmuschel, die vermutlich als Ballast von der Ostküste Amerikas herüberschipperte, oder die Atlantik-Auster, die seit einiger Zeit den Miesmuscheln zusetzt. Das überraschende Auftauchen der Entenmuscheln ist der launischen Meeresströmung zu verdanken – was zumindest die Sylter Möwen zutiefst bedauern.(b)

 

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