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Nordseekrabben schrumpfen
Alles wird größer, nur die Krabbe nicht! Nordseekrabben sind seit den 70er Jahren um drei Zentimeter kleiner geworden.

Kleine Krabben

Nordseekrabben schrumpfen

Die Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg hat wissenschaftlich untermauert, was Laien schon lange aufgefallen ist. Wenn wir einen leckeren Krabbensalat zu uns nehmen oder unser Schwarzbrot mit Krabben belegen, fällt auf, dass die delikaten Tierchen einfach nicht mehr so groß sind, wie sie einmal waren.

„Während man früher bis zu zehn Zentimeter große Krabben fand, sind heute schon Tierchen von acht Zentimetern eine Besonderheit“, schreibt Fischereibiologe Thomas Neudecker in den „Nationalpark Nachrichten“. Und alt werden die Krabben auch nicht: Gerade ein Jahr lang leben die meisten Nordsee-Krabben, und nur noch fünf Zentimeter lang werden sie im Schnitt. „Die Krabben-Bestände im Wattenmeer haben in den letzten Jahren abgenommen“, so Wattenmeerexperte Neudecker. Lag die Fangquote in den 70er und 80er Jahren noch bei 4000 Tierchen pro Quadratmeter, so sind es seit den 90er Jahren nur noch 2000 Krabben. Allerdings sind die Fangmengen trotzdem gestiegen, was den verbesserten Fangmethoden zuzuschreiben ist. Im Jahr 1950 haben Krabbenfischer 4000 Tonnen aus dem Wattenmeer gezogen, während die Fangmenge im Jahr 2005 bei 15.000 Tonnen lag. Das größte ökologische Problem bei der Krabbenfischerei ist der Beifang, sagt Neudecker. Fast 30 Prozent aller Jungschollen sterben bei der europäischen Krabbenfischerei. Die Schollen werden zwar wieder ins Meer geworfen, aber sie überleben die Strapazen im Netz nur selten.(b)

 

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